Diagnose von Schwindel

Umfassende Diagnose von Schwindelbeschwerden

Die Schlüssel zur Schwindeluntersuchung

Da es sich bei Schwindel nicht um eine Erkrankung selbst, sondern ein Leitsymptom oder Symptomkomplex handelt, ist eine umfassende, interdisziplinäre Untersuchung sehr wichtig für eine effektive Behandlung. In der Diagnostik ist es wichtig, die Schwindelursachen möglichst exakt und schnell zu bestimmen. Das erfolgt idealerweise in Form eines ausführlichen Gesprächs (Anamnese) und diagnostischer Tests, die in logischer und in sinnvoller Reihenfolge aufgebaut sein sollten (Stufendiagnostik).

Ausführliche Anamnese und Diagnose von Schwindelbeschwerden

An erster Stelle der Anamnese steht das ausführliche Arzt-Patient-Gespräch. Eine Anamnese ist nichts anderes als eine umfassende Erfragung von möglichst aussagekräftigen Informationen zum subjektiven Schwindelgefühl und der Krankheitsgeschichte des Patienten. Um der Ursache des Schwindels auf die Spur zu kommen, müssen diese Fragen geklärt werden:

Wie fühlt sich der Schwindel an?

Kommt der Schwindel „wie eine Attacke aus dem Nichts“, geht er innerhalb einiger Sekunden oder Stunden vorüber oder liegt ein Dauerschwindel vor, der einige Tage oder gar Wochen anhält? Klingt der Schwindel mit der Zeit ab oder nimmt er an Intensität zu?

In welchen Situationen kommt es zum Schwindelanfall?

Wird der Schwindel durch Ruhe, Bewegung, Lagerung oder bestimmte Situationen wie Höhen, Autofahrten, etc. beeinflusst? Wie äußern sich die Umstände?

Bringt der Schwindel Begleitsymptome mit sich?

Zu den schwindelbegleitenden Symptomen gehören: Übelkeit, Kopfschmerzen, Hörprobleme, Angst, Fallneigung, oder auch Scheinbewegungen der Umgebung.

Wie ist der derzeitige Gesundheitsstatus des Betroffenen?

Hinweise auf frühere oder derzeitige Erkrankungen, eingenommene Medikamente sowie der aktuelle Lebensstil, das heißt: Ernährungs-, Sport- und Schlafgewohnheiten, sind für die Schwindeldiagnose ebenfalls sehr aufschlussreich.

Im Anschluss an das Erstgespräch können vom Hausarzt diverse Vor-Untersuchungen zur Feststellung der körperlichen Befindlichkeit durchgeführt werden.

Herz-Kreislauf-Check

Untersuchung der Ohren und des Gleichgewichtssinns

Überprüfung der Koordination und Nervenfunktionen

Nach Erhebung der Anamnese und einer Erstuntersuchung kann bereits eine grobe Differenzierung der Schwindelursachen vorgenommen werden. Hierbei unterscheidet man zwischen:

  • peripher-/zentral-vestibulärem Schwindel (im Gleichtgewichtssinn o. Gehirn angesiedelt)
  • nicht vestibulärem Schwindel (auf körperlichen Ursachen basierend)
  • psychogenem Schwindel (aufgrund seelischem Ungleichgewicht aufkommend)

Dem erstbehandelnden Arzt obliegt die Entscheidung zur Durchführung weiterer fachärztlicher Untersuchungen, sollten diese ersten Tests weitere Fragen aufwerfen oder keine weiteren Rückschlüsse auf die Ursache der Schwindelanfälle erkennen lassen. Wenn der Verdacht besteht, dass entweder das Gleichgewichtssystem oder auch Gehirn von einer Schädigung betroffen ist, wird in den meisten Fällen ein HNO-Arzt oder Neurologe hinzugezogen. Wird eine seelische Ursache hinter den wiederkehrenden Schwindelattacken vermutet, wird dem Patienten die Konsultation eines Psychologen nahegelegt.

Diagnose der Schwindelsymptomatik beim HNO-Arzt

Bei Schwindel kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt einige Gleichgewichtsuntersuchungen durchführen, um die mögliche Schwindelursache herauszufinden. Er stellt damit fest, ob die Ursache des Schwindels im Gleichgewichtsorgan aufzufinden, oder aufgrund einer Störung am Gleichgewichtsnerv, bzw. den Nervenbahnen im Gehirn zustande kommt. Ist der Schwindel nicht mehr akut, kann er mit bestimmten Manövern provoziert werden. Das ist jedoch nicht bei allen Schwindelarten möglich.

Durchblutungsstörungen im Gleichgewichtsorgan, z. B. „Neuritis vestibularis“ oder die Morbus Menière-Erkrankung (anhaltender Drehschwindel) lassen sich in den meisten Fällen nicht durch falsche Bewegungen auslösen, wenngleich es hierfür Ausnahmen gibt. Beim benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel hingegen, der zu den mechanischen Störungen gezählt wird, kann der Dix-Hallpike-Test einen Schwindelanfall triggern. Untersuchungen des Hörvermögens oder der Sehstärke können zum Zwecke der Schwindel-Diagnostik ebenfalls durchgeführt werden.

Nystagmus-Untersuchungen bei Schwindel

Der Drehschwindel, Schwankschwindel oder auch Benommenheitsschwindel lassen sich am sogenannten „Nystagmus“ erkennen. Dieses ruckartige, unwillkürliche Augenzittern ist auch unter dem Begriff „Vestibulo-Oculärer-Reflex (VOR)“ bekannt. Der Patient befindet sich äußerlich im Ruhezustand, während das Gehirn eine Bewegung signalisiert und die Augen animiert, dieser Bewegung zu folgen. Dies geschieht in der Geschwindigkeit der wahrgenommenen Scheinbewegung. Bei Erreichen des Endpunktes, sprich: einem Augenwinkel, zucken die Augen blitzschnell zurück zum Ausgangspunkt der Bewegung und die Nachführbewegung beginnt erneut. Das wiederholt sich so lange, bis der Schwindel nachlässt.

Die von innen beleuchtete Frenzelbrille ermöglicht es dem Arzt, spontane oder auch provozierte Augenbewegungen zu beobachten und einen Nystagmus zu erkennen. Die nach seinem Entwickler, Prof. Dr. Frenzel, benannte Brille hat + 15 Dioptrien dicke Gläser, die es dem Patienten nicht ermöglichen, einen festen Punkt im verdunkelten Untersuchungsraum zu fixieren. Der HNO-Arzt kann die Augen, bzw. einen etwaigen Nystagmus wie durch ein Vergrößerungsglas begutachten.

Die schnellen, nystagmiformen Augenbewegungen bei Schwindel kann man ebenfalls mit einer sogenannten Elektronystagmographie (kurz: ENG) feststellen. Ähnlich einem EKG werden Elektroden aufgebracht, die die Ströme des okulomotorischen und vestibulären Systems bei Patienten mit Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen aufzeichnen.

Bei der Video-Nystagmographie (kurz: VNG) werden die Augenbewegungen entweder direkt per Darstellung auf einem vergrößernden Bildschirm oder einer Videobrille mit Hilfe mehrerer, kleiner Infrarotkameras erfasst. Von einer Computer-Nystagmographie (kurz: CNG) spricht der HNO-Arzt, wenn die Augenbewegungen nach einer kalorischen Reizung beider Gehörgänge mittels Elektroden aufgezeichnet und computergestützt ausgewertet werden.

Bei der thermischen Vestibularisprüfung wird im horizontale Bogengang des jeweiligen Ohres der Gleichgewichtssinn angeregt. Diese Reaktion kann entweder mit kaltem oder warmem Wasser ausgelöst werden, das ca. 30-40 Sekunden in den Gehörgang gespült wird. Je nach Wassertemperatur kommt eine Abkühlung bzw. Erwärmung der Innenohrflüssigkeit (Endolymphe) im entsprechenden Bogengang zustande, deren Dichte sich durch den Temperaturunterschied verändert und den Bogengang durchströmt.

In der Ampulle (Erweiterung des Bogengangs) wird die Veränderung der Druckunterschiede durch Sinneszellen registriert und als neuronaler Impuls über den Gleichgewichtsnerv zum Hirnstamm geleitet, wo schließlich die Augenmuskelkerne erregt werden. Der Nystagmus wird ausgelöst. Dieser thermisch-kalorisch verursachte Nystagmus kann nun mithilfe der Frenzel-Brille, oder auch per ENG oder VNG diagnostiziert werden.

Kopf-Impuls-Test (KIT) nach Halmagiy zur Schwindeldiagnose

Der Kopfimpulstest (KIT) ist ein Verfahren, mit welchem die Funktion jedes einzelnen Bogengangs im Innenohr nahezu isoliert untersucht werden kann. Bei der Untersuchung fixiert der Schwindelpatient einen Punkt vor ihm, während der Arzt den Kopf mit beiden Händen umfasst, langsam zur rechten oder linken Seite (je nachdem, welcher horizontaler Bogengang geprüft wird, und schließlich ruckartig wieder in die Mittelstellung bewegt.

Dies löst einen vestibulo-okulären Reflex (VOR) aus. Gesunde Patienten können den zuvor anvisierten Punkt trotz der ruckartigen Bewegung weiterhin fixieren. Bei Schwindelpatienten reagieren die Augen hingegen mit einer Nachstellbewegung (Sakkade). Der KIT kann auch videogestützt erfolgen. Hierbei trägt der Patient während der Untersuchung eine Videobrille (Video-Kopfimpulstest), die die Augenbewegung zur späteren Analyse am Computer aufzeichnet.

Neurologische Diagnoseverfahren bei Schwindel

Zu den möglichen Untersuchungen beim Neurologen gehören eventuell eine Funktionsprüfung der Hirnnerven, eine Aufzeichnung der Hirnströme sowie bildgebende Verfahren. Je nach zugrunde liegender Störung wird der Neurologe auch mit anderen Fachärzten wie Hals-Nasen-Ohrenärzten, Augenärzten oder Psychotherapeuten zusammenarbeiten. Ein Internist kann hinzugezogen werden und das Herz, den Kreislauf, die Gefäße, das Blutbild und auch die inneren Organe bei Verdacht auf einen nicht-vestibulären Schwindel noch eingängiger untersuchen.

Psychologische Diagnoseverfahren bei Schwindel

Ein Psychologe, beziehungsweise ein Psychiater, geht in Gesprächen und mit entsprechenden Tests Angsterkrankungen und Depressionen auf den Grund. Der phobische Schwankschwindel gehört zu den Schwindelformen, die ihren Ursprung in einem seelischen Ungleichgewicht haben.

Sofortige Hilfe bei akuten Schwindelattacken

Deutschlandweit haben Schwindelpatienten die Möglichkeit, sich bei akuten Schwindelanfällen in spezialisierte Schwindelambulanzen und Schwindelzentren zu begeben. Die Ärzte vor Ort können spezielle Untersuchungen durchführen, um unklare Krankheitsbilder zu diagnostizieren und entsprechend zu behandeln.

Das Ziel ist immer, den Betroffenen, die unter häufigen und starken Schwindelbeschwerden leiden, schnell zu helfen. Dabei kommt der richtigen Einordnung der Schwindelart, deren Ursache und Einleitung der richtigen Therapie die größte Wichtigkeit zu.

Ursachen von Schwindel

Schwindelanfälle: körperliche oder seelische Ursachen?

Schwindelarten

Die häufigsten Arten von Schwindel

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Wirkstoff: Dimenhydrinat
Anwendungsgebiet: Zur symptomatischen Therapie v. älteren Patienten mit Schwindel unterschiedl. Genese.
Warnhinweise: Enthält Sucrose (Zucker).

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Klinge Pharma GmbH, 83607 Holzkirchen, Deutschland

Binko® 40 mg / 80 mg / 120 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Ginkgo-biloba-Blätter-Trockenextrakt 
Anwendung: Zur symptomatischen Behandlung v. hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Rahmen eines therapeut. Gesamtkonzeptes b. dementiellen Syndromen mit Leitsymptomatik: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Schwindel, Ohrensausen, Kopfschmerzen. Primäre Zielgruppe: Patienten mit dementiellem Syndrom b. primär degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und Mischformen aus beiden. Individuelles Ansprechen auf d. Medikation kann nicht vorausgesagt werden. Bevor Behandlung mit Ginkgo-Extrakt begonnen wird, abklären, ob Krankheitssymptome nicht auf spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen. Zur Verlängerung d. schmerzfreien Gehstrecke b. peripherer arterieller Verschlusskrankheit b. Stadium II nach FONTAINE (Claudicatio intermittens) im Rahmen physikal.-therapeut. Maßnahmen, insbes. Gehtraining. Vertigo vaskulärer u. involutiver Genese, adjuvante Therapie b. Tinnitus vaskulärer u. involutiver Genese.
Warnhinweise: Enthält Sucrose (Zucker).

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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